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Krebspatienten möchten an Entscheidungen, die ihre Behandlung betreffen, beteiligt werden. Aus zahlreichen Berichten Betroffener und aus der wissenschaftlichen Literatur sind konkrete Schwachstellen in der Arzt-Patient-Kommunikation bekannt: Patienten fühlen sich vor gewichtigen medizinischen Maßnahmen oft unzureichend informiert und nicht in dem von ihnen gewünschten Ausmaß an medizinischen Entscheidungen beteiligt. Zudem sind Patienten mit der Art der Aufklärung über Behandlungsmöglichkeiten häufig unzufrieden. Sie erleben Entscheidungskonflikte, die mit psychischen Belastungen einhergehen können.

Um Informationsaustausch und Transparenz im Arzt-Patienten-Gespräch zu erhöhen und gemeinschaftlich getroffene Behandlungsentscheidungen in der medizinischen Versorgung zu fördern, wird seit mehreren Jahren international unter dem Begriff „Shared-Decision-Making“ (dt.: Partizipative Entscheidungsfindung) an der Bereitstellung laiengerechter Patienteninformationen und Entscheidungshilfen (sog. Decision Aids) gearbeitet. Darüber hinaus sind spezifische Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen ins Zentrum des Interesses gerückt, die Ärzten notwendige Kompetenzen vermitteln, um ihre Patienten bei medizinischen Entscheidungen stärker beteiligen zu können.

Sie lernen u.a.

a) die Erwartungen der Patienten hinsichtlich ihrer Mitentscheidung zu erfragen und zu berücksichtigen

b) über die Vor- und Nachteile möglicher Therapien zu informieren

c)  Strategien der Risikokommunikation und den Einsatz von Entscheidungshilfen

d) zu ermitteln, welche Behandlungsziele dem Patienten am wichtigsten sind und wie eine gemeinsame Behandlungsentscheidung herbeigeführt und umgesetzt werden kann.

In der aktuellen Studie wird nun erstmalig eine auf diese Ziele hin ausgerichtete Fortbildung (Training) speziell für in der Onkologie tätige Ärzte angeboten und wissenschaftlich erprobt (Studiendesign). Dies geschieht aufbauend auf erfolgreichen Vorarbeiten des Förderschwerpunktes „Der Patient als Partner im Medizinischen Entscheidungsprozess“, welcher von 2001 bis 2007 vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert wurde (www.patient-als-partner.de). Es ist vorgesehen, 50 onkologisch tätige Ärzte, die Patienten mit Darmkrebs und/oder Patientinnen mit Brustkrebs behandeln, in das Projekt einzubeziehen. Die Ärzte nehmen an einem spezifischen Training in Shared Decision Making teil, welches in den letzten Jahren im Rahmen von drei Vorläuferstudien entwickelt und bereits mit 259 Ärzten durchgeführt und evaluiert wurde (Trainingsmanual und DVD). Die Hälfte von ihnen wird ein spezifisches Training zur Patientenbeteiligung, welches bereits für Hausärzte erprobt wurde, erhalten und den Einsatz von patientengerechten Entscheidungshilfen im Arzt-Patient-Gespräch erlernen. Die Teilnahme am Training ist kostenlos, setzt aber die Teilnahme an der dazugehörigen Evaluationsstudie voraus.